Kommunikation zwischen Mentor/innen und Berufsbildungseinrichtungen

 

Kommunikationselemente und Transaktionen

Das Wort "Kommunikation" leitet sich vom Lateinischen (communicare) im Sinne von Kommunikation, Beratung, Diskussion ab. Durch Kommunikation tauschen wir Wissen, Informationen und Erfahrungen aus, kommunizieren, überzeugen, verbreiten oder kontrollieren Menschen, die auf die eine oder andere Weise anders sind. Es geht um die Verarbeitung von Informationen über gegenseitige Kommunikation.

Der Kommunikationsprozess ist ein Prozess des Informationsaustauschs (in-formare = etwas, das in Form gebracht wird, ein Design, das etwas formen kann, eine Klarstellung usw.). Die Kommunikation bezieht sich auf einen Prozess der Informationsübertragung zum Zweck der gegenseitigen Kommunikation. Der Kommunikationsprozess ist eine kontinuierliche und dynamische Interaktion zwischen Sender/in und Empfänger/in und wird von vielen Variablen beeinflusst.

 

Elemente der Kommunikation

Es gibt sieben Elemente des Kommunikationsprozesses. Sie lauten wie folgt:

  1. Absender/in

Der/die Absender/in ist eine Person, die beabsichtigt, eine Nachricht zu übermitteln, um Informationen und Ideen an eine andere Person weiterzugeben.

  1. Ideen, Informationen

Dies ist das Herzstück der Kommunikation oder der Gegenstand der Kommunikation. Dies kann ein Gedanke, eine Meinung, ein Glaube, eine Ansicht, ein Gefühl, ein Befehl, ein Vorschlag oder ein Rat sein.

  1. Verschlüsselung

Um eine Nachricht zu übermitteln, die eher theoretisch und nicht greifbar ist, sollte sie in Form von Symbolen (Wörter, Bilder, Handlungen usw.) übermittelt werden. Die Umwandlung des Gegenstands der Nachricht in diese Symbole erfolgt durch die Verschlüsselung.

  1. Kommunikationskanal

Der/die Absender/in wählt den Kanal zum Senden der erforderlichen Informationen. Die Kanäle, über die die Informationen übertragen werden, können entweder formell oder informell sein.

  1. Empfänger/in

Der/die Empfänger/in ist die Person, für die die Nachricht bestimmt ist und die die Nachricht erhält. Dies ist die Person, die versucht, die Bedeutung der empfangenen Nachricht zu verstehen.

  1. Entschlüsselung

Bei der Entschlüsselung wird die empfangene Nachricht so konvertiert, dass die Bedeutung für den/die Empfänger/in verständlich ist.

  1. Rückmeldung

Die Rückmeldung stellt den Prozess dar, bei dem sichergestellt wird, dass der/die Empfänger/in die Nachricht erhalten hat, und vor allem, dass der/die Empfänger/in die Nachricht im gleichen Sinne verstanden hat, wie es der/die Absender/in gemeint hat.

 

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Kommunikationsstile

Wir übermitteln unsere Botschaften durch verbale und/oder nonverbale Kommunikation. Während verbale Kommunikation dazu dient, Ideen, objektive und subjektive Informationen auszudrücken, sollte nonverbale Kommunikation die verbale Kommunikation ergänzen. Die Funktion der nonverbalen Kommunikation besteht darin, die Gefühle und die Persönlichkeit der Person, die kommuniziert, auszudrücken.

Die Elemente der nonverbalen Kommunikation sind:

  • Paralinguistische Elemente: Intonation, Tonfall
  • Körperhaltung: kinästhetisch (Bewegung und Körperhaltung) und proxemisch (Körperentfernung oder -nähe)
  • Mienenspiel

 

Es ist wichtig, dass unsere Botschaften einheitlich bzw. deckungsgleich sind. Einheitlichkeit liegt vor, wenn die verbale Aussage und die Körpersprache übereinstimmen. Das bedeutet, dass alle kommunikativen Aspekte wie Wörter, Intonation oder Körpersprache miteinander harmonieren. Im Gegensatz dazu bedeutet Widersprüchlichkeit eine Nichtübereinstimmung zwischen einer verbalen und einer nonverbalen Nachricht.

 

Effiziente Kommunikationsfähigkeiten

Aktives Zuhören

Zuhören ist eine wichtige Fähigkeit und hat einen großen Einfluss auf die Qualität unserer Beziehungen. Aktives Zuhören bedeutet, dem/der Sprecher/in die ungeteilte Aufmerksamkeit zu schenken und die Nachricht anzuerkennen.

Aktives Zuhören sollte Folgendes umfassen:

  • Achten Sie auf das Nonverbale
  • Wenn Sie zuhören, zeigen Sie Interesse an der sprechenden Person oder dem Thema.
  • Nutzen Sie Ihre eigene Körpersprache und Gesten, um zu zeigen, dass Sie engagiert sind.
  • Lassen Sie nicht zu, dass Ihre persönlichen Filter, Annahmen und Überzeugungen das, was Sie hören, verzerren.
  • Denken Sie daran, dass Ihre Rolle als Zuhörer/in darin besteht, das Gesagte zu verstehen.
  • Versuchen Sie, nicht zu unterbrechen, da der/die Sprecher/in dadurch enttäuscht wird und das Gesamtverständnis der Nachricht nicht vollständig übermittelt werden kann.
  • Stellen Sie offene Fragen.

 

Fragen stellen

Die richtige Frage zu stellen ist das Herzstück einer effektiven Kommunikation und eines effektiven Informationsaustauschs.

Eine geschlossene Frage erhält normalerweise eine sehr kurze Antwort oder ein einzelnes Wort. Zum Beispiel: »Verstehst du? «. Die Antwort lautet »Ja« oder »Nein«.

Offene Fragen hingegen rufen längere Antworten hervor. Sie beginnen normalerweise mit was, warum, wie. Eine offene Frage fragt den/die Befragte(n) nach dessen/deren Gefühlen, Meinung oder Wissen.

Zum Beispiel: "Was halten Sie von dem Thema?", "Warum finden Sie das Thema interessant?".

Offene Fragen bilden das Umfeld für den Aufbau einer Beziehung und ermutigen die andere Person, seine/ihre Ideen, Gefühle und Meinungen mitzuteilen.

 

Effiziente Konfliktlösungstechniken

Menschen reagieren unterschiedlich auf Konflikte und dieselben Personen reagieren unterschiedlich in verschiedenen Situationen. Abhängig von der allgemeinen Einstellung jedes/jeder Einzelnen zu Konflikten hängt dessen vorherrschender Reaktionsstil vom Konflikt ab. Darüber hinaus wird in einer gegebenen Situation eine bestimmte Reaktion durch andere Faktoren beeinflusst, wie z. B. konkrete Umstände, Stimmung, Beziehung untereinander und soziales Umfeld. Wie wir hauptsächlich auf Konflikte reagieren, hängt mit unserem Selbstbild, dem/der anderen und der Gedankenwelt oder unserem Bezugsrahmen zusammen. Letzterer ist unser Wirklichkeitsbild und zeigt, wie wir uns selbst, andere und die Welt sehen. Er ist von Bildung und Umwelteinflüssen sowie unseren Erfahrungen geprägt. Seine Funktion besteht darin, die Realität anhand eines Bezugsrahmens zu interpretieren und darauf zu reagieren.

Es gibt fünf Arten von Antworten, je nachdem wie groß das persönliche Interesse und wie wichtig die Beziehung ist.

Diese sind:

  • Dominieren (die Zielerreichung ist wichtig, die Beziehung ist nicht wichtig). Dies ist durch die Annahme gekennzeichnet, dass eine Seite gewinnt und alle anderen verlieren.
  • Zusammenarbeiten (die Zielerreichung sowie die Beziehungen sind gleich wichtig). Eine Gruppe kann lernen, jede(n) Teilnehmende/n mitwirken zu lassen, mit der Möglichkeit, zusammen eine gemeinsame Lösung zu erstellen, die jeder unterstützen kann.
  • Kompromisse (die Zielerreichung und Beziehungen sind wichtig, jede Partei gibt etwas auf, um einen Kompromiss zu erzielen). Das Konzept ist, dass jede/r ein bisschen von dem, was er/sie will, aufgibt, und niemand bekommt alles, was er/sie will.
  • Rückzug (die Zielerreichung und die Beziehungen sind nicht wichtig). Das bedeutet, dass die Person den Konflikt ignoriert oder sich aus ihm zurückzieht. Man wählt diese Methode, wenn das Unbehagen der Konfrontation stärker ist als die potenzielle Belohnung für die Lösung des Konflikts.
  • Unterbringen (die Zielerreichung ist weniger wichtig als die Beziehung). Unterbringen ist eine Strategie, bei der eine Partei den Wünschen oder Anforderungen der anderen Partei entspricht.

 

Möglichkeiten, Feedback zu geben

Eine Rückmeldung zu geben ist eine Konversationstechnik, die dazu dient, konstruktives Feedback (verbal oder nonverbal) zu geben oder zu erhalten. Die Rückmeldung zielt darauf ab, das Bewusstsein für Verhaltensweisen zu schärfen und diese bei Bedarf zu korrigieren. Damit die Rückmeldung nicht ausfällig ist, ist es notwendig, Regeln zu befolgen (Senden von Ich-Aussagen, Kritisieren von Verhaltensweisen und nicht der gesamten Person, einschließlich positiver Elemente usw.).

Bei der Rückmeldung ist Folgendes zu beachten:

  • Seien Sie sehr genau

Die Rückmeldung sollte aufgabenorientiert, kristallklar und auf den Punkt gebracht sein. Geben Sie das spezifische Verhalten an, Reaktionen, …

  • Sofortiges Feedback

Geben Sie sofort oder kurz nach der Situation eine Rückmeldung. Wenn sie nicht angesprochen werden, treten die Probleme nur erneut auf und können sich mit einem Dominoeffekt vervielfachen.

  • Geben Sie privat Rückmeldung

Kritisieren Sie niemals öffentlich. Sogar wenn einige Leute gelobt werden, sollte das Lob besser privat abgegeben werden, als es in einem öffentlichen Umfeld zu tun.

  • Beenden Sie mit einer positiven Bemerkung

Jemandem zu helfen, sich zu verbessern, sollte immer das Ziel konstruktiver Kritik sein und wenn Sie in Ihren abschließenden Kommentaren nur auf vergangene Fehler zurückgreifen, lassen Sie denjenigen/diejenige mit einem negativen Eindruck zurück.

  • Konzentrieren Sie sich auf das Verhalten, nicht auf die Persönlichkeit

Konzentrieren Sie sich eher auf das Verhalten (was derjenige/diejenige tut) als auf die Persönlichkeitsmerkmale (wie derjenige/diejenige ist).