EQF/ECVET Fallstudie

Frau Most ist Chefin einer mittelgroßen Tischlerei und damit auch für das Personalmanagement verantwortlich. Sie plant, ihr Angebot zu erweitern und sucht daher neue Mitarbeiter oder Mitarbeiterinnen. Wichtig ist ihr, dass die neue Person autonom und eigenständig an eigenen Projekten arbeiten kann, ohne dass sie oder ihre bestehenden Mitarbeitenden ständig eine Kontrollfunktion ausüben müssen.

Frau Most bekommt einige Bewerbungen als Antwort auf ihre Stellenausschreibung, viele davon sogar aus dem Ausland. Das findet sie toll – ein bisschen frischer Wind in der Firma wäre vielleicht genau das, was noch fehlt. Frau Most ist sich aber nicht sicher, ob die Ausbildungen miteinander vergleichbar sind… Sie meint sich zu erinnern, dass die Tischlereiausbildungen sich in Umfang und Dauer unterscheiden, je nachdem, wo sie absolviert wurden. Vor ihr liegen nun drei Bewerbungen, inklusive der Zertifikate der Aus- und Weiterbildungen, die die Bewerber bzw. Bewerberinnen absolviert haben.

Frau Most beschließt, eine ihre Azubis zu fragen – die jungen Leute haben oft interessante Ansätze und möglicherweise haben sie sogar in der Berufsschule gelernt, wie man solche Kompetenzen vergleichen kann. Ihr Azubi Hanna kann ihr tatsächlich helfen und sie zeigt ihr, dass auf allen Zertifikaten der beruflichen Ausbildung das EQF Level angeben ist und auch eine ECVET Punkteanzahl. Das EQF Level zeigt an, wie autonom eine Person in ihrem Beruf arbeiten kann und die Anzahl der ECVET Punkte geben Einsicht, wie viele Stunden die Ausbildung oder eine Fortbildung gedauert hat.

Frau Most prüft noch einmal die drei Bewerbungen und erkennt, dass die Ausbildungen zwar ursprünglich nicht ganz gleichwertig waren, aber eine der Personen eine Weiterbildung absolviert hat, die sie ganz klar für den Job qualifiziert. Sie ist zufrieden und plant sofort ein Bewerbungsgespräch.